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Junge, komm bald wieder

Weil Jobs fehlen, verlassen viele junge Menschen Rumänien. Welches Risiko sie auf der Suche nach Arbeit eingehen, zeigt Adrians Geschichte

Adrian

Ein maßgeblicher Teil von Adrian Popescus Tag ist fürs Träumen reserviert. Eines Tages will er ein deutsches Auto fahren. Das seien die besten. Er will Karriere machen, heiraten, in einem großen Haus leben. Anfang Februar stellt ihm ein Mann einen Job beim deutschen Lebensmittelunternehmen Tönnies in Aussicht. Ist das seine Chance?

Eine Woche nach seiner Ankunft sitzt Adrian auf dem Boden einer Einkaufsmeile in Baden-Württemberg. Es ist Februar, minus zehn Grad, der bislang kälteste Tag im Jahr. Adrian umklammert einen Pappbecher. Seine Finger sind rot, an anderen Stellen blass, fast blau. Heute wird er wieder im Parkhaus schlafen.

Auf Facebook stößt Adrian auf ein Jobangebot

Am Abend, als Adrian Popescu beschließt, Rumänien zu verlassen, ist sein Schulabschluss vier Jahre her. Seitdem sucht er einen Ausbildungsplatz. Eigentlich wollte er ein Handwerk lernen, mit Holz arbeiten, eine eigene Firma gründen. Inzwischen ist er 21 und möchte nur noch eins: Geld verdienen.

Adrian lebt mit seiner zehn Jahre älteren Schwester Liana und seiner Mutter in einem kleinen Haus am Stadtrand. Liana hat in einem Textilgeschäft gearbeitet; als es pleiteging, wurde sie entlassen. Seitdem sucht auch sie einen Job. Für umliegende Bauern und Nachbarn erledigen die Geschwister kleine Jobs. Sie helfen beim Renovieren oder der Ernte, reparieren Wasserhähne, flicken Hosen. Das Geld reicht, um satt zu werden. Auf Facebook nennt Adrian sich den „Boss von Târgu Mureș“. Auf den Fotos in seiner Timeline trägt er weiße Hemden, posiert vor großen Autos, die nicht seine sind. Frauen kommentieren seine Posts mit Herzen. Um dieses Bild aufrechtzuerhalten, will er seinen echten Namen auch nicht in diesem Text lesen.

Weiterlesen:

Auch Marco Richard ist aus einer rumänischen Kleinstadt zum Arbeiten nach Deutschland gekommen – als Erntehelfer. Von seinen Erfahrungen und den Arbeitsbedingungen der Saisonarbeitskräfte lest ihr hier.

Auf Facebook entdeckt der „Boss“ einen Post: Ein Mann ruft junge Menschen auf, sich für Arbeit bei einem deutschen Konzern zu melden: Europas größtem Schlachtunternehmen Tönnies. Das funktioniert: Im EU-Vergleich hat Rumänien seit Jahren mit die höchsten Anteile junger Menschen ohne schulische oder berufliche Ausbildung. Die Jugendarbeitslosigkeitsquote ist zwar bis zur Corona-Pandemie mehrere Jahre in Folge gesunken, aber mit heute 16 Prozent immer noch vergleichsweise hoch. So zieht es jedes Jahr Tausende junge Rumän:innen ins Ausland. Auch Adrian hinterlässt unter dem Post seine Telefonnummer.

Wenig später bekommt er bei WhatsApp ein Foto geschickt: Es zeigt zwei Menschen, die helle Kittel tragen und blaue Hauben und große Brocken Fleisch in den Händen. Ihre weißen Schuhe stehen im Blut. Den Namen Tönnies kennt jeder in Târgu Mureș. Wer für ihn arbeitet, hat es geschafft, glaubt auch Adrian. Er kennt Leute, die im Schlachtbetrieb arbeiten und ihren Familien Geld schicken können. Noch am selben Abend beschließt Adrian, Rumänien zu verlassen.

Er ist einer von vielen. Im Bus nach Deutschland sitzen sie dicht gedrängt. „Wenn die Verzweiflung groß ist, fahren die Menschen los, ohne genau zu wissen, was sie erwartet. Wenn nichts im Kühlschrank ist, kann man keine Zukunft planen“, sagt Stanimir Mihaylov. Er arbeitet im Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ des Vereins Arbeit und Leben in Düsseldorf, berät dort Migrant:innen aus der EU. Mihaylov wurde in Bulgarien geboren, er kam als junger Mann zum Studieren nach Deutschland. „Ich kenne das Gefühl der Perspektivlosigkeit“, sagt er. Bulgarien hat eine ähnliche Jugendarbeitslosenquote wie Rumänien.

In Deutschland angekommen, steht er plötzlich vor dem Nichts

In Reutlingen angekommen, erwartet Adrian ein Mann, der ihn zur Unterkunft bringen soll. So hatte es der Vermittler auf WhatsApp versprochen. In brüchigem Rumänisch erklärt er nun, das Angebot sei geplatzt, die Stelle nicht mehr zu vergeben: Corona. Dann ist er verschwunden.

Adrian steht mit nichts als einer Tasche am Bahnhof in einem Land, dessen Sprache er nicht spricht. Der Akku seines Smartphones ist leer, er weiß nicht, wo er übernachten soll.

Was Adrian widerfahren ist, sei systematischer Betrug, sagt Mihaylov, und kein Einzelfall: Subunternehmer würden im Internet mit gutem Gehalt, einer Unterkunft, einer Zukunft in Deutschland locken. „Vor Ort sieht die Situation dann aber oft anders aus.“ Manche Vermittler behaupten nur, für offizielle Subunternehmer zu rekrutieren und streichen die Vermittlungspauschalen ein. Andere arbeiten wirklich für die Unternehmen, brechen aber wie in Adrians Fall den Kontakt ab, wenn alle Stellen besetzt sind oder ein Betrieb pandemiebedingt schließen muss. Bei Tönnies sei dieses Vorgehen nicht bekannt und würde nicht akzeptiert, hieß es auf fluter.de-Anfrage von einem Sprecher des Unternehmens.

Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Gerade fertig mit Studium oder Ausbildung – und kein Job in Sicht: Menschen unter 25 treffen Arbeitslosigkeit und ein Mangel an Ausbildungsplätzen besonders hart. In der Corona-Pandemie hat sich die Situation noch mal verschärft. Allein bei der Beratungsstelle, in der Stanimir Mihaylov arbeitet, haben sich die Anfragen verdoppelt.

Die Gesamtstatistik bestätigt diesen Eindruck. Die Jugendarbeitslosenquoten sind zwar prinzipiell höher als die Gesamtarbeitslosenquoten (viele Jugendliche im potenziell erwerbsfähigen Alter gehen wegen der Schulpflicht oder eines Studiums nicht arbeiten). Derzeit liegt die Jugenderwerbslosenquote in der EU aber bei 17,1 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie die Gesamtarbeitslosenquote.

Besonders betroffen sind neben Rumänien auch Italien, Griechenland oder Spanien. Dort kam es zuletzt immer wieder zu Protesten gegen die Regierungen – die Demonstrierenden fordern Reformen des Bildungssystems und höhere Mindestlöhne.

14 Tage sind seit Adrians Ankunft in Deutschland vergangen. 14 Tage auf der Straße. Er bettelt in der Innenstadt, schläft bei Minusgraden in einem Parkhaus. Als er versucht, einen Platz in einer Notunterkunft zu bekommen, wird er abgewiesen. Weil die Notunterkunft überlastet sei, heißt es. Auch dass Adrian keinen deutschen Pass hat, könnte ein Faktor gewesen sein: Wie viele Betreiber von Notunterkünften meldet auch die AWO Reutlingen seit Jahren, dass sie überfordert sei von der Masse osteuropäischer Obdachloser.

Adrian ist leiser geworden in diesen Tagen, hält den Kopf leicht gesenkt. Er wirkt wie ein Junge. Die Kleidung ist schmutzig und feucht, seit Tagen kann er sich nicht richtig waschen. Hilfe anzunehmen falle ihm schwer, sagt Adrian. „Ich möchte keine Umstände machen. Es geht schon.“

In einem Einkaufszentrum lädt er sein Handy, nutzt das freie WLAN, um seiner Mutter zu schreiben. Ein Bekannter schickt ihm auf Facebook ein Angebot: Arbeit in München, in einem Schlachtbetrieb. Mit dem erbettelten Geld kauft Adrian ein Zugticket.

An seinem Geburtstag zerlegt Adrian Schweine – neun Stunden lang 

Der Schlachtbetrieb steht am Rand von München. Adrian lebt auf dem Gelände, in einem Backsteingebäude mit Kachelofen, das er sich mit 15 anderen Arbeiter:innen teilt. Viele kommen ebenfalls aus Rumänien, ihre Betten stehen dicht beieinander.

Die Tage sind lang, mindestens neun Stunden arbeitet Adrian in den grauen Hallen. „Am Abend tun mir Hände und Rücken weh, aber ich bin meistens so erschöpft, dass ich direkt einschlafe“, sagt er am Telefon. Wer sich beschwere, dem werde die Kündigung angedroht. Also beschwert Adrian sich nicht. Auch nicht, als er am 3. März 22 Jahre alt wird. An seinem Geburtstag zerlegt er Schweinehälften.

Die Arbeit in den Fleischfabriken sei körperlich nicht lange durchzuhalten, sagt Stanimir Mihaylov. Er habe oft erlebt, dass Leuten gekündigt werde, die nicht mehr weiterarbeiten konnten; die mit dem Arbeitsplatz dann auch ihre Unterkunft verlören. Eine Situation, die oft ausweglos erscheint. Adrian erzählt von seinem Cousin, dem kürzlich in einem deutschen Schlachtbetrieb gekündigt wurde. Seitdem sei er nur noch mit einer Flasche Jägermeister in der Hand anzutreffen.

Seit April 2021 ist Leiharbeit in der Fleischindustrie verboten. Für die Arbeiter:innen könne das Verbot eine Grundlage sein, um sich rechtlich gegen Großkonzerne zu wehren, sagt Mihaylov. Ob es ihre Situation konkret verbessert, müsse sich erst noch zeigen.

Für Adrian kommt das Verbot zu spät: Zwei Wochen nach seinem Geburtstag muss der Betrieb schließen. Etliche Arbeiter:innen haben sich mit Corona angesteckt. Adrian wird entlassen, bevor er überhaupt einen Vertrag unterschrieben hat. Er ist müde, verzweifelt und fast pleite. Adrian Popescu kann nicht mehr. Und kauft sich mit dem Geld, das er verdient hat, ein Busticket zurück nach Rumänien.

Dieser Text wurde veröffentlicht unter der Lizenz CC-BY-NC-ND-4.0-DE. Die Fotos dürfen nicht verwendet werden.

38 Kommentare
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Herbert K
  ·  
13.10.2021-07:10

Er hat ein Handy, Internet und Zeit außerdem eine EU Mitgliedschaft.
Was hält so jemanden davon ab auf Youtube deutsch zu lernen und dann hier eine Ausbildung anzufangen.
Es werden doch händeringend Leute dafür gesucht.
Klar würde er nicht vom ersten Jahr an das große Geld verdienen aber es wäre eine sichere Zukunft mit Ausbildung und danach auch genug Geld.

Da geht mir die Logik aus

Lahmalama
  ·  
13.10.2021-04:10

Mal schnell auf youtube deutsch lernen, dann ab nach Deutschland, sich einen der 10 Millionen freien Ausbildungsplätze suchen, die auf ihn warten.
Mit den 800€ Ausbildungsvergütung in der Großstadt eine Wohnung, Internet und Essen zahlen, den Rest sparen.
Dann nach 2,5 Jahren Ausbildung 100k im Jahr einstreichen.
Klingt nach einem fantastischen Plan.
Realismus ist nicht so dein Ding, oder?

Dorothee K
  ·  
13.10.2021-04:10

Meinen sie das ernst? Per Youtube Deutsch lernen (mal eben so)?
Und denken sie wirklich, dass jeder Betrieb einen obdachlosen, ausländischen (d.h. nicht mal deutschen Pass) Mann annimmt und ihm eine Ausbildung schenkt?

Günther
  ·  
13.10.2021-06:10

Auf youtube deutsch lernen, bis er so gut ist, daß er einen Ausbildungsplatz findet? Wo wohnt er zwischenzeitlich? Auf der Straße? Und betteln und über youtube lernen kann man bestimmt gleichzeitig.
Wenn man sich selbst in die Situation nicht hineinversetzen kann: Vielleicht auch mal realistisch bleiben.

Gast
  ·  
13.10.2021-09:10

So auf dem warmen Sofa sitzend weiß man natürlich am besten Bescheid über Dinge, mit denen man selbst nichts zu tun hat. furchtbar dämlicher Kommentar

Alexandru
  ·  
13.10.2021-11:10

Setz dich mal mit einer Sporttasche(wenn überhaupt)in den Bus und fahr in den Osten ganz egal wohin mit dem letzten Geld und alleine ohne Unterkunft, weil die Sprache ist Naja fremd und denk dir okay, ich pack das.
Vor allem aus einem Land, das wie soll, man es sagen...die Welt nicht die ist, die dir so lieb ist und warum der Westen mal Golden genannt wurde.

Harrie K.
  ·  
14.10.2021-05:10

Ich würde ihnen ernsthaft nahelegen mit diesem 'Aufstiegspropaganda' aufzuhören. Dieses ganze 'leg dich ins Zeug und du machst Karriere von allein' ist doch heute nicht mehr wahr.

Wenn es irgendwo Ausbildungsmangel gibt, dann nur in den schlecht bezahlten Bereichen mit miesen Arbeitsbedingungen. Dazu kommt, dass Arbeitgeber eben nicht jeden einstellen, der sich eignet. Gerade Vorbehalte gegenüber Ausländer sind dokumentiert, selbst Akademiker mit Migrationshintergrund berichten von Benachteiligung.

Sie können von ihrer Blase aus natürlich widersprechen, aber dann sagen sie mir mal, warum in Deutschland soziale Parteien gewinnen und die leistungsorientierte CDU abgewählt wurde. Das ist kein grassierender Sozialismus, sondern Menschen trauen dem Arbeitsmarkt nicht mehr unbegrenzt.

Gast
  ·  
14.10.2021-07:10

:/ "Er hat ein Handy, Internet und Zeit außerdem eine EU Mitgliedschaft." -und kein Platz zum schlafen, kein Platz um sich zu waschen,nicht mal genügend zum Essen...

Thomas Meinert
  ·  
14.10.2021-08:10

Guten Tag Herbert,
ich sehe, sie haben sich auch schon einmal eine Sprache per "Youtube" angeeinget, deren grammatik und Buchstaben grundverschieden sind von Ihrer Muttersprache. Warum lernen Sie denn nicht Rumänisch (stimmt, die Not ist ja bei Ihnen nicht da) während sie ohne Dach und Bett und der Sicherung von Essen für die nachsten 5 Tage, auf der Strase sitzen.
Ich selbst schäme mich da fremt, wenn ein Mitbürger solche aussagen tätigt.
Hätte der Mann ein halbwegs sicheres Dach für 3-6 Monate, wäre das sicher eine gute und logische Option.

Wenn aber das überleben der nächsten 5 Tage nicht gescihert ist, ist "deutsch lernen auf Youtube" nun mal nicht die oberste priorität für die nachsten 5 Tage. Und das schöne: nach den 5 Tagen stehen 5 neue Hoffnungslose ins Haus.
Und kommen Sie mir nicht mit dem Amt! Er spricht kein Deutsch und kein Mensch sagt ihm, wie und was es für Möglichkeiten gibt, wo er hin kann, wen er um was fragen kann.

Ich gehe davon aus, sie kennen Armut und Überlebensangst nicht. Was es heist, seine Grundversorgung wie Essen und Schlafplatz NICHT zu haben?

Margitta C.
  ·  
14.10.2021-11:10

Anderen läuft es bei Ihrem herablassenden Kommentar eiskalt den Rücken runter.
Waren Sie schon einmal in einer wirklich verzweifelten Lage? Wie Ihr kaltherziger Post zeigt, höchstwahrscheinlich nicht. (...) alles schön in Ruhe von langer Hand geplant - das muss man sich erstmal leisten können!
Hoffen wir mal, dass Sie nie in die Situation geraten, in der sich Ihnen die Bedeutung dieses Artikels erschließt, denn wirklich begriffen, um was es hier geht, haben Sie offensichtlich nicht. Aber sollte es mal soweit sein, sind Sie vermutlich der Erste, der laut brüllt, wie ungerecht doch alles ist.

Anm. d. Redaktion: Dieser Beitrag wurde gekürzt. Bitte halten Sie sich an die Diskussionsregeln und bleiben Sie sachlich.

Anton
  ·  
14.10.2021-05:10

Ich arbeite im Handwerk und arbeite mit vielen Leuten aus Rumänien. Das Ganze muss man von zwei Seiten sehen. Ich persönlich muss mit 30-40 jährigen ungebildeten Leuten auskommen, die NICHTS tun, um ihre Stelle zu behalten. Was das sein kann, ist von Fall zu Fall anders, eines teilen sich ALLE: NICHT EINER hält es für nötig auch nur eine Vermittlungssprache wie Englisch zu lernen und das nach teils ZWANZIG Jahren in Deutschland - da darf man sich nicht wundern so behandelt zu werden.

Daniel Gernhardt
  ·  
13.10.2021-09:10

So traurig die Geschichte der einzelnen Arbeitsmigranten auch sein mag - das war genau so gewollt. Wozu sonst hätte man die Armenhäuser Europas, Rumänien und Bulgarien, in die EU aufgenommen (und später folgte Kroatien)? Nur der Menschen wegen, die billig im Westen dieses Europas arbeiten sollen. Wir sind ja inzwischen so pervers, dass wir Krankenschwestern in Bosnien anwerben als Pflegekräfte in unseren Altenheimen (anstatt selbst welche auszubilden und anständig zu bezahlen), und in Bosnien bricht der Betrieb der Krankenhäuser zusammen, weil es keine Krankenschwestern mehr gibt.
Alles ein Folge hemmungsloser Globalisierung und des Neoliberalismus.

Danko Mijajlovic
  ·  
13.10.2021-02:10

So sehe ich das auch! Nicht weit vom Neokolonialismus, würde ich noch sagen...

CP
  ·  
14.10.2021-03:10

Wieviele junge Frauen müssen in Europa und vor allem in Deutschland ihren Körper verkaufen, gelockt mit falschen Versprechungen und teils erpresst und Drogenabhängig gemacht. Nur damit der Deutsche nicht Frauen vergewaltigen muss um seine Triebe zu befriedigen. Das ist und bleibt Ausbeutung und Menschenhandel par excellence.

Mary
  ·  
13.10.2021-09:10

Traurig, dass wir scheinbar nicht imstande sind, unseren Wohlstand ohne solche Ausbeutung zu halten.

Sebastian
  ·  
13.10.2021-09:10

wie traurig.

Thomas Meinert
  ·  
14.10.2021-08:10

Das Fleisch darf halt nicht mehr als 8 €/kg kosten. Da muss es halt billig, industrialisiert, anonym und mit austauschbarem, menschlichen Kapital "erzeugt" werden. Und jeder muss ja noch gewinn machen (nach der FDP - der wohlstand muss erarbeitet werden).
Leider geht das alles nur auf dem Rücken anderer. Das war zu Kolonialzeiten so und ist es geute auch.

ODer Putz hier bei Jemandem in der Firma ein:e Deutsche:r, der von seinem Gehalt auch ein Leben in Wohlstand führen kann? Bei 1600 €vor Steuern bleibt nach Steurn nun mal nichts über, für ein würdiges Leben in "Wohlstand" in Deutschland.
Das sind die Sackgassen in denen unsere Gesellschaft sich befindet.

Mike
  ·  
13.10.2021-10:10

Und junge Frauen werden - meist über Menschenhändler - nach West-Europa "exportiert" und wie Sklaven als Prostituierte gehalten und ausgenutzt (psychisch und körperlich). So oder so: zerstörte Leben, zerstörte Träume. Ausgenutzt von der westlichen Gesellschaft die wegschaut bei Sklavenarbeit welcher Art auch immer.

Gerhard Krauss
  ·  
13.10.2021-10:10

Gleich nach der Revolution gegen Ceusescus Diktatur, haben die "Neuen"an der Regierung, nur an Ihre eigene Bereicherung gedacht und gemacht.Das man vom Übergang vom Sozialismus (denn Kommunismus war es noch nicht)zur Freien Marktwirtschaft /Kapitalismus, soviel verdientdas ma Millionär wird, ist ein Wunder!-Das Volk hat nichts gemerkt, hat nur gehofft....Tausende Firmen wurden einfach aufgegeben,Kollektivwirtschaften wurden stillgelegt und verteilt.-Nun war Demokratie, man durfte alles ohne bestraft zu werden.--Doch das Leben holte Sie ein!--Wo waren die Arbeitsplätze, wo waren die Berufsschulen, die tausende gute Handwerker dem Land gaben...? --Manche haben es versucht, Arbeitsplätze reduziert, es ging wieder!--Doch viele wollten plötzlich viel mehr, sind lieber ins Ausland als billige Arbeitskräfte, schade.--Rumänien ist ein sehr reiches Land, hat sehr viele Bodenschätze, Wälder, Gewässer und Meer,wurde jahrhundertlang von links und rechts ausgerabt, angefangen von den Römern,und heute.Ausländische Firmen profitieren von Bodenschätzen und fruchtbaren äckern und Felder, Wälder.--Schuld sind die Rumänen Selber, Sie müssen Selber anpacken, so wie Ungaren nichts entfremdet wegen Geld. Fremde firmen im land nur akzeptieren, wenn es dem Land gewinn bringt.Der EU auch auf die Finger schauen!

Manuel Bauer
  ·  
13.10.2021-11:10

"Auch dass Adrian keinen deutschen Pass hat, könnte ein Faktor gewesen sein"

immer diese Mutmaßungen.
Tja Deutschland ist eben nicht das gelobte Land, manche müssen das erst schmerzhaft erfahren wie der junge Adrian hier

Peter Kallus
  ·  
13.10.2021-11:10

Wenn ich das lese, packt mich die Verzweiflung ....

amon
  ·  
13.10.2021-12:10

Diese Skaverei muß verboten werden und die Verantwortlichen müßten diese Arbeit machen

Peggy
  ·  
13.10.2021-01:10

aber so ist es leider - schöne EU - den einen gehts gut der andere leidet und da ist Rumänien an 1.Stelle - ein schönes Land an sich aber leider nicht in der Lage politisch etwas zu ändern und deshalb gehen die Menschen weg

B.Knott
  ·  
13.10.2021-02:10

1) Wir brauchen Handwerker. Wo sollen sie herkommen, wenn die Betriebe in Deutschland sie nicht ausbilden? Mein Heizungsbauer hat 2 Lehrlinge, einen kurdisch-stämmigen und einen marokanisch-stämmigen jungen Mann.Beide sprechen Deutsch, aber mit sprachlichen Defiziten. Das muss ein ausbildender Betrieb akzeptieren, das muss aber auch der Kunde gewillt sein zu akzeptieren. Warum haben wir hier nicht viel mehr junge Frauen und Männer aus Bulgarien oder Rumänien in der Ausbildung? Liegt es an der fehlenden Information in diesem Ländern? Das liesse sich ändern, mit entsprechenden lang laufenden Kampagnen in der Landessprache und im jeweiligen Land, auch online, sowie mit Anlauf-Büros der AHKs dort. Liegt es an den fehlenden oder zu teuren Möglichkeiten, die deutsche Sprache ausreichend gut im Vorfeld zu lernen? Auch das liesse sich ändern, in Zusammenarbeit mit den lokalen Schulbehörden, aber auch mit Angeboten des Goethe-Instituts, die allerdings dann auf junge Handwerker-Aspiranten zugeschnitten werden müssten, sowie mit Online-Kursen.
Es muss halt nur angepackt und finanziert werden.

Harrie K.
  ·  
14.10.2021-05:10

Tja, da nennen sie es schon, die Finanzierung. Wir haben größere Probleme aktuell als ein Mangel an Auslandskräfte.

Außerdem überschätzen sie 'Kampagnen' und unser Bildugssystem immens. Unsere Joncenter können nicht einmal Langzeitarbeitslose richtig betreuen, und sie meinen wir können mit genug Wille neue und perfekt Deutsch sprechende Auslandskräfte herauszaubern?

Ihre Weltsicht ist viel zu naiv, sie tun so als ließe sich Kräfte gewinnen als wie wenn man Autos baut.

Gregor
  ·  
14.10.2021-02:10

Das sehe ich auch bei uns in Freiburg.
Die Betriebe sind verzweifelt und nehmen auch Menschen, die sprachlich nur bedingt in der Lage sind, die Inhalte der Ausbildung zu verstehen.

Logisch, dass damit auch das Ausbildungsniveau sinkt.
Aber den Vogel schießt eine hier in Freiburg ansässige Firma ab (Maler u. allerlei Ausbau). Die unterbieten sämtliche Fachfirmen und stellen Menschen wie Adrian ein, die dann in den Container-Siedlungen zu viert in kleinsten Schlafräumen untergebracht sind.

Der Investor feiert es. Der Chef dieser Firma fährt einen nagelneuen Porsche Taycan im Wert von 160.000,- €

Jo
  ·  
13.10.2021-04:10

Es ist traurig, dass es Betrüger gibt, die Leute betrogen haben und immer noch betrügt. Sie versprachen einen guten Job und im Gegenzug gab es nichts ... nur Elend.

Martin Sauer
  ·  
13.10.2021-05:10

Lehrlinge sind bei deutschen Firmen schon seit langem nicht mehr gefragt. Es sind die Gewerkschaften, die den halbwüchsigen jungen Lernwilligen erzählen, welche Rechte sie als Lehrling haben, und wieviel der Arbeitgeber ihnen bezahlen müsse, und welche Vorteile der Arbeitgeber seinen Azubis bieten müsse, und es sei verboten, diese noch zu beschäftigen mit nach Meinung der Gewerkschaften untergeordneten Arbeiten, und noch viele andere Dinge mehr. Ich selbst habe schon genug Gewerkschaftszeitschriften für Azubis gelesen, und bin erschrocken, wie da die Gewerkschaften den bösen Arbeitgeber beschimpfen, denn er sähe an ihnen lediglich billige Arbeitskräfte. Nun, nach so vielen Jahren Gewerkschaftshetze gegen die angeblich so geldgierigen Lehrherren, konnte es nicht ausbleiben, da ein Azubi-Lohn inzwischen nicht mehr viel weniger als ein Facharbeiterlohn beträgt. Während viele Betriebe eigens Werkstätten für Azubis bauen, Personal anstellen, die diese Azubis ausbilden sollen, und die Azubis nach Möglichkeit keine für den Arbeitgeber gewinnträchtigen Arbeiten verrichten sollen, kalkuliert der Arbeitgeber ganz einfach, was ihn einerseits ein Azubi während seinen ca. drei Jahren Ausbildungszeit kostet und andererseits, was er "nur" für den Lehrbetrieb leisten "darf", und kommt freilich letztlich zum Schluß, keine oder nur noch sehr wenige Azubis einzustellen, weil die alte Rechnung ganz einfach nicht mehr aufgeht. Wundert Euch nicht, ich selbst habe schon Azubis in der Autoindustrie kennengelernt, die in der Lage sind, einen Neuwagen zu bezahlen, zu finanzieren, und auch zu erhalten. Auch haben die Gewerkschaften nicht nur im Lehrlingswesen, sondern allgemein großen Schaden auf dem Arbeitsmarkt angerichtet. Durch die ständige Lohntreiberei, die nicht nur die Arbeitslöhne unnötigerweise in die Höhe schnellen ließ, sondern gleichzeitig auch die Lebenshaltungskosten ganz allgemein, so daß eine Inflation entstanden ist, die so niemand erwartet hätte. Trotz dieser Lohntreiberei der Gewerkschaften ist heute keine Familie mehr in der Lage, von einem einzigen Arbeitslohn über die Runden zu kommen, so daß seit dem unüberlegten Geschrei eines Willy Brandt "Mehr Lebensqualität" die dann folgende Kinderlosigkeit vieler Familien helfen mußte, daß selbst eine zweiköpfige Familie 2 Einkommen benötigt, um über die Runden zu kommen. Das Ergebnis ist dann der Scherbenhaufen, den wir heute vor uns sehen. Der Unternehmer wird gezwungen, will er konkurrenzfähig bleiben, dann eben seine Arbeitskräfte und auch seine Azubis aus dem Ausland zu importieren.

Lebowski
  ·  
18.10.2021-01:10

Das Gewerkschaften-Bashing ist fast schon peinlich....Und ein Azubilohn "nicht viel mehr weniger als ein Facharbeiterlohn"?? Ein Lehrling, z.B. als Kauffrau/Kauffmann verdient im 1. Jahr 750 mtl. brutto! Während der Facharbeiter Produktion bei VW (OK, nicht direkt vergelichbar, aber die Tendemz stimmt) bei ca. 3.800 /Monat landet. Bitte erst informieren, dann "rumtönen"..

Demokrat
  ·  
13.10.2021-05:10

Zu klären wäre, wieso denn Tesla beispielsweise in Grünheide und der Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück/Nordrhein-Westfalen und nicht in Rumänien investieren.
Bei Tönnies arbeiten überwiegend Rumänen, der könnte doch auch seinen Sitz nach Rumänien verlagern.

Erdely
  ·  
13.10.2021-10:10

Bei den Migranten aus Rumänien geht es leider nicht nur um Fälle wie diesen.Ich lebe in Sebenbürgen und erlebe immer wieder,daß das Land ausblutet.Es werden insbesondere Fachkräfte,auch Ärzte abgeworben,die Ungarn aus Siebenbürgen gehen nach Deutschland oder Österreich,die Rumänen nach Italien oder Spanien.Ebenso IT Fachkräfte.Die Ärzte und andere Fachkräfte arbeiten für weniger Geld als die Deutschen,aber für mehr als in Rumänien.Ich habe erlebt, daß in Siebenbürgen einige von den wenigen Altersheimen schließen mußten,weil die Pflegekräfte nach Deutschland abgewandert bzw. von dort abgeworben worden sind.Und Deutschland erspart sich dadurch die Ausbildungskosten und ist froh über willige und billige Arbeitskräfte.Das bedeutet EU und Arbeitnehmerfreizügigkeit und EU Länder wie Rumänien gehen vor die Hunde und es entwickelt sich in zunehmenden Maß eine EU Skepsis, die auch dadurch verstäkt wird, daß durch den EU Beitritt von Rumänien sich die Korruption sehr verstärkt hat,da durch die damit verbundenen neuen Freiheiten für die Oligarchen in Rumänien neue Wege eröffnet wurden.Und Deutschland tönt immer wieder,daß sie mehr Arbeitkräfte aus Osteuropa benötigen,aber ist nicht willens odere vielleicht infolge der Gesellschaftsstruktur und dadurch, daß sehr viele Studienabbrecher an die Fetttöpfe Deutschlands gelangen ohne zu arbeiten oder einer anderen produktiven Tätigkeit für das Land nachzugehen,auch nicht in der Lage, ihre Fachkräfte selbst auszubilden oder vernünftig zu bezahlen.Außerdem spielt die Illusion,das im Westen alles Gold ist,was glänzt,insbesobndere bei Jugendlichen eine entscheidende Rolle.

bartory hansdampf
  ·  
13.10.2021-11:10

ach papperlapapp mein rumaenischer kollege verdient mehr als ich in allen Berufen die ich bisher vollzog welche sich im niederen segment befinden hatte ich mit rumaenische kollegen zu tun (ob Eventtechniker, Fahrer, Bauarbeiter, Medizintechniker, Restaurantgewerbe oder Sicherheitsdienst)deren freunde auch sehr oft nach england auswandern alle wollen weg traeumen vom haus haben eine soldateneinstellung ,sind recht fleissig und scheren sich nicht so sehr die finger auch mal schmutziger zu machen gute leute meistens mit wut im bauch ueber korruption im eigenen Land das macht hoffnunglos das man eben den ausweg hier sucht aber griechen und anderen gehts aehnlich.Im Vergleich verdienen sie hier ordentlich naja auch wenn die beschriebene situation sehr duester geschildert ist um es wohl fuer dne leser deutlicher zu machen aber vielen jener auswanderer ergeht es nicht so schlecht oder wenn nur kurzfristig aber die nennen sich auch oft nicht der boss und sind etwas bescheidener als im hem herumzuposen.

Gregor
  ·  
14.10.2021-02:10

Du hast recht.
Aber schreibe das nächste Mal mit Punkt und Komma, weil ich es fast nicht entziffern konnte ;)

Markus Kantz
  ·  
14.10.2021-09:10

Immer gleich ne Firma gründen Haus haben, dass haben nichtmal die meisten Deutschen. Unfassbar immer diese umschreibungen.

Ivan Vazov
  ·  
14.10.2021-04:10

Die wollen ein Haus und ihre eigene Existenz in ihren Heimatländern. Je nach Örtlichkeit bekommt man ein renovierungsbedürftiges Haus in RO/BG für unter 10000€ mit etwas Grund drumrum. Und eine Selbständigkeit in diesen Ländern ist auch einfacher. Die Steuerlast in RO ist relativ gering (16%?), es wird auch nur ein Bruchteil der Einnahmen steuerlich angegeben. Eine Steuerprüfung ist dort relativ unwahrscheinlich bzw. gegen Bakschisch dann einwandfrei. In BG ist der Steuersatz für Selbständige 10% pauschal. Ich hatte selbst eine Firma in BG. Eingetragen ist eine GmbH dort ((e)ood) innerhalb eines Tages. Hinzu kommt, dass es dort keine Wegelagerer wie die Berufsgenossenschaften, Knappschaft, IHKs u.a. gibt. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei der EBRD (Osteuropainvestitionsbank) einen (kleinen) Existenzgründungskredit zu extrem niedrigen Zinsen zu bekommen. Darum möchte "Adrian" in dem Bericht Haus und eigene Firma haben. Es ist alles in allem traurig. Man macht den Menschen dort Hoffnung und dann stehen sie hier mit leeren Taschen auf der Straße, obwohl sie arbeiten wollen. Andere pampert der Staat, obwohl die nix arbeiten wollen.

Laurentius Andràs
  ·  
14.10.2021-12:10

Wenn die EU nicht ein Haufen korrupter PolitikerInnen in einem Glashaus wären, könnte man diese Situationen ändern.

Aber vor der Menschlichkeit kommen Profit und Kriminalität auf dem Wort der EU-Demokratie, mit der Parole "Warten sie ab" - "Es wird schon irgendwann".

Warum hat Polen der EU den Kampf angesagt? Ja weil Ihre Bürger Jahrzehnte lang die Handwerker und Krankenschwestern der EU waren - ausgebeutet im Namen der Gemeinschaft & Demokratie - von Frankreich bis Griechenland. Aber nicht gleichgestellt, oder respektiert!

Deutschland / CDU hat 35 Jahre lang ungestraft den eigenen Osten als "Billiglohnland" gehalten. Was erwarten die EU-Staaten von dem Land, was seine "Einheit" über Kredite an die EU abgeschoben hat? Kredite für sich selbst, die andere dann bezahlen?
Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken....also in Deutschland, Berlin...der CDU! Hurra es sind wiedermal die Christen, deren Nächstenliebe nur an sich selbst gemessen wird. Erst werden es die jungen Leute sein, dann die alten Waffen aus den vergessenen EU-Kriegen, die nach Deutschland kommen. Wir amerikanisieren uns selbst! Wacht endlich auf Leute! Der Klimawandel dauert länger - die sozialen Klassenunterschiede führen uns schneller zum Kollaps.
Wer braucht eine Ausbildung, wenn er danach nicht als Facharbeiter bezahlt wird?

Micky
  ·  
14.10.2021-12:10

Verkehrte Welt - in der Heimat politisch tatenlos sein und auf politische Veränderung in Arbeitgeberländern hoffen?

Soweit ich das verstehe kommen viele junge Leute, um schnell verhältnismäßig viel Geld zu verdienen. Also ist das im Artikel beschriebene doch nix Anderes als unternehmerisches Eigenrisiko. Wenn man damit scheitert gibt es sowohl in Deutschland als auch in Rumänien Sozialhilfe für EU-Bürger. Wo liegt das Problem?

Und dass die Jugendarbeitslosigkeit hoch ist zeigt entweder Defizite im Bildungssystem oder ein schlichtes Überangebot an Arbeitskräften am Arbeitsmarkt auf. Dieses EU-weite Problem wird sich also auch nicht durch EU-Binnenmigration lösen lassen. Vielmehr sind die Eltern verantwortlich, die ihre Kinder ohne reelle Perspektive in die Welt entlassen.
Ich für meinen Teil würde z.B. auch keinem Kind ein Aufwachsen in der Wüste zumuten wollen.

volker.ollesch@...
  ·  
14.10.2021-04:10

Alle Kommentare, die die Ausbeutung in Deutschland beklagen, haben natürlich recht.

Das Problem hat aber mindestens drei Seiten, neben Deutschland auch Rumänien: warum schafft es das Land auch nach 14 Jahren in der EU nicht, seinen eigenen Einwohnern eine akzeptable Perspektive zu bieten? Wenn man mal den Index von Transparency International für RO (und BG) über die Jahre verfolgt, hat sich bzgl. Korruption usw. dort nichts Wesentliches geändert. Es gibt eine starke Korrelation zwischen Korruption und Entwicklungsstand eines Landes. Positiv-Beispiel ist Polen, wo jetzt schon wieder Heimische zurück kehren, da sie dort tw. bessere Chancen haben als in Deutschland.

Dritter Punkt sind die "Wanderarbeiter" selbst. Als Hausverwalter habe ich oftmals mit Mietern aus RO (und BG) zu tun. Diese kommen oft hier an, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Selbst wenn man im Heimatland keine gescheite Ausbildung machen kann: Deutsch lernen kann doch jeder, der will. Rezensenten hatten hier schon die Möglichkeit über youtube usw. angesprochen. Zum Problem der "unterschiedlichen Geschwindigkeiten" innerhalb der EU kommt dann auch die dramatische Naivität vieler Arbeitssuchenden hinzu, die oftmals erstmalig ihr Heimatland verlassen und nicht ansatzweise vorbereitet sind.

Leider haben wir auch in Deutschland einen - in der EU evtl. einen der höchsten - Niedriglohnsektor, wo auch Deutsche mit Ausbildung und trotz Vollzeitarbeit kaum über die Runden kommen. Für geschätzt ein Drittel unserer Bevölkerung ist auch hier das Leben knallhart !