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Wahlbeteiligung, weibliche Abgeordnete oder Gelächter im Parlament: Von Wahlperiode zu Wahlperiode kann sich einiges ändern. Wie gut kennst du dich aus? Ein fluter-Zeichentest

Zusammensetzung Bundestag

Wie viele Frauen sitzen im deutschen Bundestag? Lässt die Wahlbeteiligung nach? Hat das Parlament heute mehr zu lachen als früher? Hier kannst du die Wahlperioden seit 1990 vergleichen. 

Unsere Diagramme zeigen auszugsweise, was sich seit 1990 in Parlament und Wahlverhalten verändert hat. Die x-Achse zeigt die Wahlperioden von 1990 (12) bis heute (19). Zeichne die Kurven weiter – und schaue dann über den Button „Ergebnis anzeigen“, ob deine Einschätzung mit der tatsächlichen Entwicklung übereinstimmt. 

Wie hoch ist der Frauenanteil im Bundestag?

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Der Frauenanteil im Bundestag stagniert: Er liegt seit Jahren bei rund einem Drittel. Im internationalen Parlamentsvergleich liegt Deutschland mit diesem Anteil auf Platz 47 (von 193 Ländern). Schwedinnen machen über 47 Prozent aller Abgeordneten in ihrem Parlament aus, in Finnland, Spanien und Norwegen sind rund 41 Prozent Frauen vertreten. Länder, die mehr Parlamentarierinnen stellen als Parlamentarier, gibt es nur außerhalb Europas: Ruanda, Kuba und Bolivien.

Wie oft notieren die Parlamentsstenograf*innen ein „Lachen“ im Bundestag?

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Der Bundestag hat seit 30 Jahren gut lachen – zumindest wenn man die Resultate für entsprechende Schlagworte in den Plenarprotokollen nachschlägt. So notieren die Parlamentsstenografen etwa „Heiterkeit“, wenn eine Rednerin den Saal mit einer Pointe zum Lachen bringt. Aber nicht jedes Lachen wird automatisch als Heiterkeit erfasst: Ist im Protokoll nur „Lachen“ vermerkt, dann ist damit abwertendes Lachen gemeint, zum Beispiel, wenn ein Redner durch Gelächter verunglimpft werden soll. Am hämischsten war demzufolge die Wahlperiode von 1994 bis 1998 – damals wurde laut den Protokollen öfter gelacht als erheitert. Übrigens dürfte die 15. Wahlperiode nicht zwingend die unlustigste gewesen sein: Aufgrund der vorgezogenen Neuwahlen war sie die kürzeste Wahlperiode der letzten 30 Jahre.

Wie hoch ist die Wahlbeteiligung?

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In Deutschland ist die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen generell höher als bei Europa- oder Landtagswahlen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Deutschen lange besonders wahlaktiv, durchschnittlich 87 Prozent gaben ihre Stimme ab. Seit 1990 lässt die Wahlbeteiligung nach, wenn auch nicht kontinuierlich: 2017 wählten plötzlich wieder mehr Bürger, was Experten als Reaktion auf den Flüchtlingssommer 2015 interpretieren. Übrigens gehen Westdeutsche durchschnittlich etwas häufiger wählen als die Bürgerinnen und Bürger in den neuen Bundesländern.

Wie oft müssen Abgeordnete per Ordnungsruf verwarnt werden?

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Nachdem es lange richtiggehend gesittet zuging im Bundestag, wurde der Ton 2017 wieder rauer: Der aktuelle Bundestag ist der unflätigste seit 30 Jahren. Zumindest wenn man die Ordnungsrufe im Parlament als Maßstab anlegt. Die Präsidentin oder der Präsident des Bundestags kann Abgeordnete „mit Nennung des Namens zur Ordnung rufen“, wenn sie mit Zwischenrufen provozieren oder andere beleidigen. Solche Ordnungsrufe haben keine weitreichenden Konsequenzen, sondern sind eher eine Rüge: Wird jemand dreimal in Folge zur Ordnung gerufen, muss ihm der Präsident oder die Präsidentin das Wort entziehen – und darf es ihm zum gleichen Thema nicht mehr erteilen.

Wie hoch ist der Anteil der Akademiker*innen im Bundestag?

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Eine offizielle Statistik für die 19. Wahlperiode liegt zwar noch nicht vor, aber sicher scheint: Noch nie gab es so viele Akademikerinnen und Akademiker im Bundestag. Der Anteil der Abgeordneten mit Hochschulabschluss liegt bei gut 80 Prozent. Rund 17 Prozent der Parlamentarier haben einen Doktortitel, etwas mehr als zwei Prozent sogar eine Professur. Diese Bildungsdichte bildet das Volk nicht ab. Im Gegenteil: Rund 80 Prozent aller Deutschen haben keinen Hochschulabschluss. Übrigens machen die Juristinnen und Juristen gerade die größte Berufsgruppe aus, gefolgt von Ärztinnen und Ärzten sowie Lehrerinnen und Lehrern.

Programmierung: Gustav Pursche

GIF: Jan Q. Maschinski

Dieser Text wurde veröffentlicht unter der Lizenz CC-BY-NC-ND-4.0-DE. Die Fotos dürfen nicht verwendet werden.

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