Thema – Terror

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„Halle geht uns alle an“

Naomi war in der Synagoge, als ein Rechtsextremist versuchte, dort ein Massaker anzurichten. Warum der Anschlag sie nicht verstummen lässt

Am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, versucht ein Rechtsextremist in die volle Synagoge von Halle einzudringen, um dort möglichst viele Jüdinnen und Juden umzubringen. Die angehende Rabbinerin Naomi Henkel-Gümbel war während des Anschlags in der Synagoge. Hier schildert sie, wie der Anschlag vor einem Jahr ihr Leben verändert hat.

Dieser Text wurde veröffentlicht unter der Lizenz CC-BY-NC-ND-4.0-DE. Die Fotos dürfen nicht verwendet werden.

7 Kommentare
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Anton Gutwein
  ·  
17.12.2020-07:12

Im Angesicht dessen, dass die eigentlichen Opfer keine Juden waren, nimmt sich das Mädchen selbst zu wichtig. Und wenn man fordert, dass jüdische Einrichtungen besser geschützt sein sollen, verkennt es die heraufbeschworene Bedrohung. […] Die Juden müssen sich zuerst selbst schützen, so lange sie das dürfen. Ist es denn zuviel verlangt, dass sich ein zwei Gemeindemitglieder bewaffnen und Verantwortung übernehmen? Das wären immerhin Leute denen ich vertrauen würde, während ein Polizist sicher nicht immer begeistert und aufmerksam seinen täglichen Wachdienst verrichtet. […] Im 3. Reich durften die Juden keine Waffen besitzen, konnten sich nicht beschützen. Bitte, nutzt dieses Privileg, das ihr heute habt und seid auch stolz darauf euch selbst schützen zu können, wie David, Samson und andere jüdische Helden. Der Jude, der sich bereitwillig opferte, Jesus, ist doch eher ein christlicher Held. Ihn sollte sich das jüdische Volk bitte nicht zum Vorbild nehmen

fluter.de
  ·  
17.12.2020-08:12

… für deinen Kommentar. Aber bitte künftig keine Gewaltexegesen mehr auf fluter.de – wir haben per […] an den entsprechenden Stellen gekürzt. Grüße aus der Redaktion

Lodlodl
  ·  
28.06.2021-11:06

Anton Gutwein, um deine Einschätzung, wer sich an welcher Stelle "zu wichtig" nimmt, hat niemand gebeten. Dass der Anschlag von Halle ein Anschlag auf alle Jüdinnen und Juden in Deutschland war, steht außer Frage. Es lässt sich nicht damit bemessen, wer dabei physische Gewalt erfuhr oder zu Tode kam.

Deine Aussage relativiert, was in Halle passiert ist und ist NICHT akzeptabel!

Es liegt nicht in der Verantwortung einer Glaubensgemeinschaft, ihr Überleben und das Ausleben ihrer Religionsfreiheit (mit Waffengewalt?!) abzusichern. Eine demokratische Gesellschaft sollte 1. dafür sorgen, dass ein solcher Antisemitismus nicht entsteht / keinen Platz hat und 2. dass diese Menschen besser geschützt sind.

Von Fluter wünsche ich mir eine andere Reaktion und eine klare Abgrenzung von (versteckten) antisemitischen Einschätzungen wie dieser.

LR
  ·  
28.06.2021-12:06

1. Vom Anschlag in Halle sind ALLE Jüd*innen in Deutschland betroffen. Dies lässt sich nicht mit Toten messen. Wer sich hier wichtig nimmt, bist DU.
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2. Du faselst von einer HERAUFBESCHWORENEN Bedrohung - die Bedrohung von antisemitischen Anschlägen auf Jüd*innen ist REAL, was dieser Anschlag beweist.
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3. Du forderst, dass Gemeindemitglieder sich bewaffnen und VERANTWORTUNG übernehmen? Wofür? Für den Hass, den Kommentare wie deiner versuchen, zu vertuschen? Nein, es liegt nicht in der Verantwortung der Gläubigen. Kirchen, Moscheen und Synagogen sollten offene Orte sein, denen jeder*r beiwohnen darf - ohne Angst, Waffenpräsenz und Sicherheitsschleusen. Der Kern des Problems liegt woanders und Verantwortung müssen dementsprechend andere übernehmen.
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4. Es ist kein PRIVILEG, dass Jüd*innen heute Waffen besitzen dürfen. Es ist SELBSTVERSTÄNDLICH. Jüd*innen sind nicht privilegiert.
Abgesehen davon verstehe nicht, in welchem Deutschland sich ein bewaffnetes Gemeindemitglied an eine Tür stellen und mit Waffengewalt verteidigen kann. Das ist doch Blödsinn?
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5. Und am Ende wird noch wild über jüdische Helden geschwurbelt. Anton Gutwein, deine Einschätzung, ob Jesus ein jüdischer oder christlicher Held ist, kannst du dir sparen. Du hast dich selbst jeglicher sachlicher Diskussion disqualifiziert.

A. Birnbaum
  ·  
07.01.2021-09:01

Es ist erstaunlich mit welch unerträglichem Mangel an Empathie Anton Gutwein hier über das Opfer urteilt. Und dazu dieses unsägliche Gequatsche über Jesus!Sorry, aber dahinter steckt doch ganz offensichtlich eine antisemitische Geisteshaltung. Auch dass er Menschen jüdischen Glaubens hier so gönnerhaft an ein Recht auf Selbstschutz erinnert, kann das nicht überdecken.

Für mich schreibt Gutwein im Klartext: "Ihr Juden, stellt euch nicht so an, euch ist ja gar nichts passiert. Passt doch auf euch selber auf, unsere Polizei hat eh keine Lust dazu. Ist das vielleicht zu viel verlangt? Und merkt's euch: Jesus gehört den Christen!"

Solch einer Haltung möchte ich entschieden entgegentreten! Und es wundert mich, ja beschämt mich, dass ich offenichtlich bisher der einzige bin, der das tut.

S.Silberhorn
  ·  
22.01.2021-11:01

Ich möchte A. Birnbaum völlig rechtgeben! Und sollen wir Verhältnisse wie in den USA haben, wo zu viele Waffen besitzen mit den entsprechenden Folgen?

PicaPica
  ·  
24.03.2021-12:03

Danke Ihnen beide ! Der Meinung schließe ich mich an. Ergänzend noch:
„Das Mädchen“ ist zudem eine erwachsene Person und darf sich durchaus auch wichtig nehmen!